DEIN COACH IST MANCHMAL AUCH DEIN CHEF!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neugierig geworden durch die Überschrift dieses Artikels? Natürlich habe ich beim Titel etwas übertrieben. Ich bin ganz sicher nicht dein Chef!

Denn normalerweise bezahlt dein Chef dich für deine Arbeit, hier ist es umgekehrt - du bezahlst mich dafür, dass ich dir etwas beibringen soll. Etwas sehr Wichtiges.

 

Versteh mich nicht falsch: Wenn es um die Wertigkeit als Mensch an sich geht, gibt es zwischen uns nicht den Hauch eines Unterschiedes, egal, woher du kommst und wer du bist. Geht es aber um die Lehrinhalte des "Studiums" Überleben auf der Straße, dann bin wohl ich derjenige im Raum, dem du zuhören solltest.

 

Immer wieder muß ich den Gegensatz zwischen "normalen" Sportarten und dem Kampfsport bemühen; weil es ganz einfach so ist: Im anderen Fall lernst du vielleicht, wie man einen Ball richtig wirft, bei mir, wie du einen Messerangriff möglichst unbeschadet überlebst. Da gibt es Unterschiede in der Wertigkeit, offensichtlich.

 

Jeder Trainer wird von dir verlangen, dass du ihm konzentriert zuhörst und versuchen sollst, das Besprochene möglichst genau umzusetzen. Nur - beim Kampfsport ist der Gefährdungsgrad grundsätzlich viel höher. Ein Beispiel: Wenn du schon einmal bei einem Bergführer einen Seiltechnikkurs für das alpine Klettern gemacht hast, wirst du wissen, dass die Beziehung zum Trainer von Vertrauen, Respekt und Autorität getragen ist. Anders geht es nicht, dein Trainer hat die Verantowrtung für das, was in seiner Anwesenheit und Obhut geschieht. Beim Bergführer, um im Beispiel zu bleiben, gehst du sicher davon aus, dass er über die Gefahren am Berg und im speziellen über die technischen Raffinessen des verwendeten Materials bescheid weiß.

Bei mir als deinem Trainer ist es ähnlich: Wenn du noch nie einen bewaffneten Räuber oder einen psychisch kranken Tobenden überwältigt, oder einen aggressiven und gewalttätigen Betrunkenen vor die Tür gesetzt hast, ohne ihn zu verletzen, dann bin ich wahrscheinlich der Erfahrenere von uns beiden; denn in meinem Berufsleben durfte/mußte ich all das schon öfter erleben. Ich bin mir sicher, du hast aufgrund deiner Ausbildung und Lebenserfahrung in vielen anderen Bereichen wesentlich mehr Ahnung als ich, aber was das Thema Sicherheit und Selbstverteidigung betrifft, wäre es wohl besser, meinem Rat Glauben zu schenken.

 

Deshalb hoffe ich, dass du mir im Training dein Ohr und Herz leihst, damit ich dir helfen kann, im Notfall möglichst gut und richtig zu reagieren. Klar, deinen Respekt und dein Vertrauen muß ich mir erst verdienen (und das werde ich nach besten Kräften versuchen), aber deine uneingeschränkte Aufmerksamkeit und deine Kooperation, ja manchmal sogar deinen Gehorsam brauche ich von Anfang an und werde ihn in bestimmten Trainingssituationen sogar einfordern müssen.

Du wirst es nicht bereuen, das verspreche ich dir.

 

Ich will dich vorbereiten auf eine Situation, in der dein eigenes Leben oder das von Menschen, die du beschützen möchtest, gefährdet ist. Besondere Gelegenheiten brauchen besondere Maßnahmen. Dein Glaube an mich wird es stark vereinfachen, dieses Ziel zu erreichen. Auf gute Zusammenarbeit!